Wissenswertes

Tiermisshandlungen richtig melden

Hier finden Sie einige Tipps und Informationen zur Meldung von Tiermisshandlungen. Tiermisshandlungen melden

Tipps zum Umgang mit Fundtieren

Wo können Fundtiere abgegeben werden?

Sie können Fundtiere im örtlichen Tierheim oder einer Tierauffangstation in Ihrer Nähe abgeben. Eine weitere Möglichkeit ist eine Tierklinik in der Nähe oder Privatpersonen, die sich ehrenamtlich um Fundtiere kümmern.

Kontaktadressen zu privaten Auffangstationen erhalten Sie in der Regel auf Anfrage in der Tierklinik oder beim Tierarzt.

Beim Fund von Haustieren sollten Sie auf jeden Fall das örtliche Tierheim, Tasso und Tierschutzorganisationen vor Ort über Ihren Fund informieren. So kann sicher gestellt werden, dass die Eigentümer ihre entlaufenen Tiere schnell wieder finden können. Da die o.g. Organisationen unabhängig voneinander agieren, ist es wichtig den Fund möglichst allen Organisationen vor Ort mitzuteilen.

Je nach Fundort sollte man sich vergewissern, ob das Tier möglicherweise aus der Nachbarschaft stammt oder einem Spaziergänger weggelaufen ist.

Wichtig ist natürlich, daß man das Tier festhält, um sich nicht nur einen Überblick zu verschaffen, sondern auch zu verhindern, daß es möglicherweise durch eine befahrene Straße oder durch orientierungsloses Herumstreunen sich selbst oder andere gefährdet.

Wenn festgestellt wird, daß keine Person in der Nähe ist, der das Tier zugeordnet und übergeben werden kann, gibt es folgende weitere Möglichkeiten:

Sollte augenscheinlich ein Tier verletzt sein, muß in jedem Fall besonders darauf geachtet werden, daß Sie sich nicht selbst in Gefahr bringen. Deshalb gilt sich dem Tier vorsichtig zu nähern und ruckhafte Bewegungen zu vermeiden, da diese auf das Tier bedrohlich wirken könnten.

Bei einem verletztem Tier (z.B. Hund oder Katze), das von Ihnen nicht selbst einem Tierarzt zugeführt werden kann, sollten Sie die Feuerwehr kontaktieren. (Im Rahmen ihrer Möglichkeit wird sie sich um das Tier kümmern.) Sie können auch die Polizei können informieren, allerdings ist sie nicht befugt, Tiere zu transportieren. Bei einem Verkehrsunfall an dem Tiere beteiligt sind, sollten Sie natürlich die Polizei in Kenntnis setzen.

Wer übernimmt die Kosten der Behandlung?

Fundtiere und herrenlose Tiere. Grundsätzlich sind aufgefundene Tiere, die üblicherweise von Menschen gehalten werden, wie Hunde, Katzen, Ziervögel, landwirtschaftliche Nutztiere oder Tiere, die nicht den hier sonst wildlebenden Arten zuzurechnen sind, als Fundtiere einzustufen und zu behandeln.

„Die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere stehen unter dem Schutz des Landes, der
Gemeinden und Gemeindeverbände.“ (Art. 20a Grundgesetz)

Fundtiere unterliegen dem Fundrecht (BGB§965-984). Für den Finder oder die Finderin besteht die Pflicht, das aufgefundene Tier der zuständigen Fundbehörde (Gemeinde) anzuzeigen. Die zuständige Behörde ist zur Aufnahme und Betreuung des Fundtieres verpflichtet. Sie kann diese Aufgabe Dritten z.B. Tierschutzvereinen übertragen.

Voraussetzung für die Kostenübernahme ist die Anzeige des Fundes durch den Finder bei der Behörde (Tierart, Fundort, Uhrzeit). Die Betreuungskosten schließen die notwendigen unaufschiebbaren veterinärmedizinischen Behandlungskosten ein wie Versorgung von Verletzungen und Behandlung akuter Erkrankungen. Die Abrechnung hat nach GOT zu erfolgen. Prophylaktische Maßnahmen wie z.B. Impfungen werden sich danach richten, wo das Tier anschließend untergebracht wird und sollten im Vorfeld mit der Fundbehörde abgeklärt werden. Gleiches Vorgehen empfiehlt sich auch bei diagnostischen Maßnahmen, aufwendigen Behandlungen und chirurgischen Eingriffen. Eingriffe zur Verhinderung der Fortpflanzung sind nicht erstattungsfähig!

Herrenlose Tiere. Eine etwas andere Vorgehensweise findet bei Wildtieren, also herrenlosen Tieren, Anwendung. Hierunter fallen nicht Wildtiere, die in Gehegen gehalten werden. Generell dürfen Wildtiere nicht aus der Natur entnommen werden, es sei denn sie sind verletzt oder krank. Eine Kostenübernahmepflicht seitens der Gemeinde besteht nicht!

Zuständig sind Jagd- bzw. Naturschutzbehörde, als Ansprechpartner auch der
Jagdausübungsberechtigter nur für Wildtiere, die unter das Jagdrecht fallen und ggf. die Polizei. Anerkannte Auffang- und Pflegestationen für verletzte Wildtiere können ebenfalls genutzt werden. Wird ein verletztes Wildtier jedoch von der Polizei oder der Ordnungsbehörde zum Tierarzt gebracht, so kommen diese Institutionen als Auftraggeber auch für die Kosten auf. In allen anderen Fällen sind, aufgrund nicht eindeutiger bzw. fehlender gesetzlicher Bestimmungen, Vereinbarungen mit den entsprechenden Institutionen ratsam. Im Falle einer notwendig werdenden Euthanasie werden die
Kosten für die Beseitigung des Tierkörpers von Fund- und Wildtieren von der Gemeinde übernommen (Tierseuchenrecht).

Quelle: Tierärztekammer Niedersachsen

Weitere Informationen zu diesem Thema: Wer trägt die Kosten der Behandlung und Unterbrindung - Rechtliche Fragen im Zusammenhang mit Fund- und herrenlosen Tieren